Niederländische Grammatik von A bis Z
90 Themen in 17 Bereichen. Jedes hat eine Stufe, eine Erklärung auf Deutsch, Beispielsätze mit Übersetzung, die typische Falle für alle, die Deutsch sprechen, und eigene Übungen.
Als Lernpfad, durchnummeriertAls Karte: die Zeitformen auf einer Zeitleiste
Laute, erste Sätze und Zahlen
19 Themen · A1–B1Alphabet, lange und kurze Vokale, das g, die Betonung, der erste Satz, Fragen, Verneinung, Zahlen, Uhrzeit und Datum.
Nomen, Artikel, Pronomen, Adjektive
20 Themen · A1–B1De und het, der Plural, die Verkleinerung, die Pronomen, das Adjektiv mit und ohne -e und die Steigerung.
Pronomen8
- ik, jij, hij: Personalpronomen als SubjektA1
- mij, jou, hem, haar: Pronomen als ObjektA1
- mijn, jouw, ons, onze: PossessivpronomenA1
- deze, die, dit, dat: DemonstrativpronomenA1
- me, je, zich, ons: ReflexivpronomenA2
- die, dat, wie, wat: RelativpronomenB1
- iemand, niets, iedereen: unbestimmte PronomenA2
- u of je: die AnredeA1
Präpositionen und das kleine Wort er
8 Themen · A1–B1Ort, Richtung und Zeit, die Präpositionen nach Verben, und er in seinen vier Gebrauchsweisen.
Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft
17 Themen · A1–B1Die Gegenwart und ihre Schreibung, das Perfekt mit hebben und zijn, das Imperfekt und die Zukunft.
Rund ums Verb: Modalverben, Imperativ, Passiv
12 Themen · A2–B1Müssen, können und dürfen, Befehle und Bitten, zou, und das Passiv mit worden und zijn.
Satzbau: Wortstellung und Nebensätze
8 Themen · A1–B1Das Verb an zweiter Stelle, die Satzklammer, Nebensätze mit dat, omdat und als, und die Verben am Satzende.
Satzbau8
- Inversion: Morgen werk ik thuisA1
- Die Satzklammer: Ik heb lang gewachtA2
- en, maar, of, want: Hauptsätze verbindenA2
- Der Nebensatz: … omdat ik moe benB1
- Die Verbgruppe am Ende: gezien heb oder heb gezienB1
- Wo niet im Satz stehtA2
- Die indirekte Frage: Weet je of …B1
- Toen, als, wanneer: drei Wörter für „als“ und „wenn“B1
Feinschliff: feste Ausdrücke und Partikeln
6 Themen · A1–B1Aan het und zitten te, die kleinen Wörter, die einem Satz seinen Ton geben, und feste Wendungen des Alltags.
Laute, erste Sätze und Zahlen
Alphabet und Aussprache
7 ThemenNiederländisch sieht für Deutschsprachige vertraut aus, und vieles ist es auch: dieselben Buchstaben, die Betonung meist vorn, stimmlose Laute am Wortende. Gerade das Vertraute führt aber in die Irre. oe ist kein ö, sondern ein u; u ist fast ein ü; das g klingt wie das ch in „Bach“; und ob ein Vokal einfach oder doppelt geschrieben wird, hängt nicht am Wort, sondern an der Silbe: maan, aber manen. Die Themen hier ordnen das, damit du jedes Wort vorlesen kannst, das du zum ersten Mal siehst.
Der erste Satz
7 ThemenMit sechs Bausteinen kannst du auf Niederländisch schon fast alles sagen, was ein erstes Gespräch braucht: wer du bist, was du hast, was das ist, was du nicht willst — und du kannst fragen. Vieles davon kennst du aus dem Deutschen: Das Verb steht an zweiter Stelle, die Frage beginnt mit dem Verb, niet und geen teilen sich die Arbeit wie „nicht“ und „kein“. Fremd sind die kleinen Dinge, an denen man Deutschsprachige erkennt: das verschwundene -t in Werk jij?, das wie, das „wer“ heißt, und Ik heb het koud für „mir ist kalt“.
Zahlen, Uhrzeit, Datum
5 ThemenWer Deutsch spricht, hat bei den niederländischen Zahlen einen Vorsprung: Die Einer stehen vor den Zehnern wie im Deutschen (eenentwintig, einundzwanzig), und die meisten Zahlwörter klingen vertraut. Die Stolpersteine liegen woanders: im Trema von tweeëntwintig, in der Uhrzeit, die schon zwanzig nach zwei an halb drei denkt (tien voor half drie), im ons, das hundert Gramm wiegt, und im Komma, das wie im Deutschen ein Komma ist und auch so ausgesprochen wird.
Nomen, Artikel, Pronomen, Adjektive
Nomen und Artikel
6 ThemenDas niederländische Nomen ist freundlicher als das deutsche: Es kennt keine Fälle, der Artikel bleibt in jeder Stellung derselbe, und es gibt nur zwei davon, de und het. Die Schwierigkeit liegt woanders. Welches Wort de und welches het hat, sagt dir das Deutsche nur ungefähr; der Plural hat zwei Endungen, deren Wahl am Klang hängt; und das Verkleinerungswort ist so häufig, dass ohne es kaum ein Gespräch auskommt. Die sechs Themen hier gehen vom Artikel über den Plural bis zu den langen Wörtern, die du aus dem Deutschen schon kennst.
Pronomen
8 ThemenDie niederländischen Pronomen sind übersichtlicher als die deutschen: Es gibt keinen Dativ und keinen Genitiv, nur eine Form für das Subjekt und eine für alles andere. Dafür gibt es eine Eigenheit, die das Deutsche nicht kennt: Viele Pronomen haben eine betonte und eine unbetonte Form — jij und je, mij und me, zij und ze. Die unbetonte ist im Alltag die häufigere, die betonte steht, wenn ein Gegensatz gemeint ist. Und weil das Niederländische nur de- und het-Wörter kennt, richtet sich auch das Pronomen nach diesen zwei Gruppen, nicht nach den drei deutschen Geschlechtern.
Adjektive und Adverbien
6 ThemenWer im Deutschen „ein großes Haus, des großen Hauses, dem großen Haus“ gelernt hat, darf aufatmen: Das niederländische Adjektiv hat nur zwei Formen, groot und grote. Die Frage ist nur, wann das -e kommt — und die Antwort hängt an einer einzigen Lücke: een groot huis, aber het grote huis. Dazu kommt die Rechtschreibung, die beim Anhängen von -e Buchstaben verdoppelt oder streicht (wit – witte, groot – grote). Steigerung und Vergleich sind dem Deutschen sehr nah, mit zwei kleinen Fallen: dan statt „als“ und meest, wo man es nicht erwartet.
Präpositionen und das kleine Wort er
Präpositionen
4 ThemenEine gute Nachricht vorweg: Nach einer niederländischen Präposition ändert sich nichts. in de kamer, op de tafel, met de fiets — kein Dativ, kein Akkusativ, der Artikel bleibt derselbe. Die schlechte Nachricht: Die Wörter sehen deutsch aus und sind es nicht ganz. op ist nicht immer „auf“, aan nicht immer „an“, over heißt bei der Zeit „in“ und bij fast nie „bei“ im deutschen Sinn. Die vier Themen hier gehen vom Ort über Zeit und Richtung zu den Präpositionen, die fest an einem Verb hängen.
Das kleine Wort er
4 ThemenKein Wort verrät Deutschsprachige im Niederländischen so schnell wie er — meistens dadurch, dass es fehlt. Es ist kurz, unbetont und steht an Stellen, an denen das Deutsche nichts oder etwas ganz anderes sagt: Er is een probleem heißt „es gibt ein Problem“, Ik heb er twee „ich habe zwei (davon)“, Ik denk eraan „ich denke daran“. Die vier Themen hier nehmen die vier Aufgaben einzeln durch, in der Reihenfolge, in der man ihnen im Alltag begegnet.
Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft
Die Gegenwart
5 ThemenDas niederländische Präsens ist leichter als das deutsche: Es hat im Grunde nur drei Formen. ik werk, jij werkt, wij werken — mehr braucht ein regelmäßiges Verb nicht, denn im Plural klingen alle Personen gleich. Schwieriger ist etwas anderes: Der Stamm muss nach den Regeln der Rechtschreibung gebildet werden (lopen → ik loop), und ein paar häufige Verben gehen eigene Wege. Wie im Deutschen gibt es trennbare Verben, und auch die reflexiven Verben sind vertraut — nur nicht immer dieselben.
Das Perfekt
5 ThemenDas Perfekt ist für Deutschsprachige ein Heimspiel: Hilfsverb an zweiter Stelle, Partizip am Ende, hebben oder zijn wie „haben“ oder „sein“. Ik heb gewerkt. Ik ben gekomen. Neu sind drei Dinge: ob das regelmäßige Partizip auf -t oder -d endet (dafür gibt es den Merksatz ’t kofschip), ein paar Verben, die ein anderes Hilfsverb nehmen als im Deutschen, und die Frage, wann man im Gespräch Perfekt und wann Imperfekt sagt.
Das Imperfekt
4 ThemenDas Imperfekt ist die Zeit, in der man erzählt: Gisteren liep ik door de stad en toen zag ik Sanne. Die regelmäßigen Verben hängen -te oder -de an den Stamm — welches von beiden, sagt derselbe Merksatz wie beim Partizip, ’t kofschip. Die starken Verben wechseln den Vokal, oft ganz ähnlich wie im Deutschen: lopen – liep, zien – zag, komen – kwam. Und das Plusquamperfekt ist für Deutschsprachige fast geschenkt: Ik had gegeten. Ze was al vertrokken.
Die Zukunft
3 ThemenEin deutsches „werden“ als Zukunftsverb gibt es im Niederländischen nicht — worden ist das Verb des Passivs und des Werdens. Für die Zukunft hat das Niederländische drei Mittel: gaan plus Infinitiv für Pläne und Absichten (Ik ga koken.), zullen für Versprechen, Vermutungen und förmliche Ankündigungen (Ik zal je bellen.) und, wie im Deutschen, das einfache Präsens mit einer Zeitangabe (Morgen werk ik thuis.).
Rund ums Verb: Modalverben, Imperativ, Passiv
Modalverben und Infinitive
5 ThemenDie Modalverben sind fast deutsch: kunnen (können), moeten (müssen), willen (wollen), mogen (dürfen). Sie stehen an zweiter Stelle, der Infinitiv am Ende. Drei Dinge sind anders: „nicht müssen“ heißt niet hoeven te, viele Verben verlangen ein te vor dem Infinitiv, und im Perfekt steht statt des Partizips ein Infinitiv — ik heb het niet kunnen doen, wie im deutschen „ich habe es nicht tun können“.
Imperativ und zou
3 ThemenDer Imperativ ist im Niederländischen besonders einfach: der Stamm, für alle Personen gleich. Kom! Wacht even! Freundlich wird er durch kleine Wörter wie even, maar und eens. Einen Konjunktiv mit eigenen Formen gibt es nicht; seine Aufgaben übernimmt zou — das Imperfekt von zullen —, so wie im Deutschen „würde“.
Das Passiv
4 ThemenDas Passiv wird mit worden gebildet, wie im Deutschen mit „werden“: Het huis wordt geverfd. („Das Haus wird gestrichen.“) Die eigentliche Schwierigkeit liegt beim Perfekt: Wo das Deutsche „ist gestrichen worden“ sagt, sagt das Niederländische nur is geverfd — ohne geworden. Und wer im Passiv keinen Handelnden nennen will, beginnt den Satz mit er.
Satzbau: Wortstellung und Nebensätze
Satzbau
8 ThemenBeim Satzbau hast du einen großen Vorsprung: Das Niederländische stellt das Verb wie das Deutsche an die zweite Stelle, schickt Partizip und Infinitiv ans Ende und setzt im Nebensatz das konjugierte Verb nach hinten. Gerade weil so vieles gleich ist, fallen die Unterschiede kaum auf: die Verbgruppe am Ende, die in zwei Reihenfolgen stehen darf (gezien heb und heb gezien), drei Verben in umgekehrter Folge (heb kunnen komen), das -t, das hinter jij verschwindet, und das fehlende Komma vor dat und of. Diese Themen nehmen die Satzteile einzeln durch, vom einfachen Aussagesatz bis zur indirekten Frage.
Feinschliff: feste Ausdrücke und Partikeln
Feste Ausdrücke
6 ThemenManches sagt das Niederländische mit Mitteln, die das Deutsche nur in der Umgangssprache kennt. Die Verlaufsform Ik ben aan het koken entspricht dem rheinischen „Ich bin am Kochen“. Ze zit te lezen beschreibt, in welcher Haltung jemand etwas tut. Kleine Wörter wie even, maar und hoor geben dem Satz seinen Ton. graag ersetzt das deutsche „mögen“, und het füllt wie „es“ die Sätze ohne Handelnden.